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20 Jahre Kulturhof Flachsgasse

Der Mut, etwas für’s Image der Stadt zu tun


Nikolaus Meyer in der Schwetzinger Zeitung und den Hockenheimer Nachrichten am 22. Juli 2021

Im Sommer 2001 eröffnet, feiert der Kulturhof Flachsgasse nun sein 20-jähriges Bestehen. Anfangs mit etwas Skepsis betrachtet, ist die Einrichtung heute aus dem Kulturleben der Stadt nicht mehr wegzudenken. Etwa 12 Millionen Euro hat der Neubau seinerzeit gekostet. Eine Investition, die sich bisher nicht amortisierte und dies auch künftig nicht schaffen wird. Aber der Kulturhof ist eine Anlageform, die sich gelohnt hat. Denn Kunst und Kultur sind nicht Init Geld aufzuwiegen. Gehören sie doch zu den Werten, die für die Lebensqualität und das Image ei- ner Stadt unverzichtbar sind. Dazu leistet der Kulturhof neben dem Rathaus einen wesentlichen Beitrag. Gleich mehrere Faktoren haben die Erfolgsgeschichte beeinflusst. Hier haben Kunstverein und Städtische Galerie, später auch die Kleinkunstbühne Zimmertheater und die Winkeldruckerey ein modernes und attraktives Zuhause gefunden. Auf dem Areal befinden sich zudem Alter Stadtsaal und Stadtratssitzungssaal, die eigene Historien haben. Warum der Kulturhof Flachsgasse mit Kunstverein und Städtischer Galerie als Plattform für Begegnungen zwischen Künstlern und kunstinteressierten Besuchern unverzichtbar geworden ist, machten Hanspeter Brohm, früherer Kulturdezernent der Stadt, und Franz Dudenhöffer, amtierender Leiter der Städtischen Galerie, im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich. Demnach bieten die beiden Einrichtungen auf 700 Quadratmetern Wechsel- und Sonderausstellungen, Lesungen und weitere Veranstaltungen an. Fast schon legendär ist die Beteiligung an der normalerweise jährlich stattfindenden Kult(o)ur- nacht, wenn sich zahlreiche Flaneure in den Ausstellungsräumen und im Innenhof ein Stelldichein geben. Beeindruckend ist auch die Architektur mit ihrer großzügigen Verglasung. Im Foyer stellt ein transparent gestalteter Aufzug den barrierefreien Zugang ins Obergeschoss sicher.

Initiative aus dem Künstlerbund
Erste Initiativen gehen nach den Ausführungen von Brohm und Dudenhöffer auf die 1980er Jahre zurück. Wortführer waren die inzwischen verstorbenen Künstler Paul in den Eicken und Rudolf Dister, damals Mitglieder im Künstlerbund. Während der Kunstverein im Blauen Haus in der Mühlturmstraße ein Zu- hause hatte, schwebte den beiden die Errichtung einer städtischen Großgalerie im Zentrum der Stadt vor. Im Gespräch war zunächst die Alte Münze. Eine Idee, die aus bau- technischen Gründen nicht umsetz- bar war und daher nicht weiter ver- folgt wurde. Schließlich geriet das Areal hinterm Rathaus in den Fokus. Die Gemeinnützige Wohnungsbau- und Siedlungs GmbH (GEWO) über- nahm die Finanzierung, ließ die alte Bausubstanz mit meist maroden Häusern abreißen und beauftragte das Speyerer Architektenbüro Wei- ckenmeier mit der Neuplanung. Die Eröffnung des neuen Kultur- zentrums mit der nunmehr realisierten Städtischen Galerie und dem nach Standortwechsel ebenfalls dort ansässigen Kunstverein am 23. Juni 2001 stieß auf eine außergewöhnliche Resonanz. Auch der Künstlerbund, der mit Hilfe der Stadt in der Sämergasse ab 1988 eine eigene Möglichkeit für kleinere Wechselausstellungen gefunden hatte, konnte zufrieden sein. Die regionale Künstlervereinigung kann die Städtische Galerie bis heute nutzen. Bei der Vernissage zur Eröffnung und ersten gemeinsamen Präsentation von Städtischer Galerie und Kunstverein wurden Werke aus Speyerer Privatbesitz gezeigt, die den Zeitraum 1950 bis 2000 abdeckten. Bereits im Folgejahr 2002 warteten die beiden Einrichtungen mit einer Sensation auf. Zu Gast waren die Leipziger Lerchen (Neue Leipziger Schule). Zu sehen waren heute nahezu unerschwingliche Werke von Tile Baumgärtel und Neo Rauch. Die Reihe bekannter Namen und Ausstellungstitel ließe sich mit Mathilde Vollmoeller-Ptirrmann, Rolf Müller- Landau, der Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler, Pfälzische Sezession und „Die Pfalz rnalt für den Dom“ fortsetzen. Unvergessen sind prägende Persönlichkeiten wie Kunsthistoriker und Ausstellungskurator Professor Herbert Dellwing (1940 bis 2010), sowie der 2014 verstorbene Kunstexperte Clemens Jöckle, von 2001 bis 2012 Leiter der Städtischen Galerie. Wurden die Einrichtungen anfangs von der GEWO angemietet, befindet sich das Gebäudeensemble heute in städtischem Besitz. Wegen Corona hat die Stadt auf eine Jubiläumsveranstaltung verzichtet. Zu den Ausstellungshöhepunkten dürfte die Präsentation von Werken der acht Finalteilnehmer für den mit 20 000 Euro dotierten Hans-Purrmann-Preis sowie von zehn Finalisten für den mit 6000 Euro bedachten Förderpreis der Stadt Speyer zählen. Die Gewinner werden voraussichtlich am 24. September gewählt. Bis zum 24. Oktober werden die Werke dann in der Städtischen Galerie und im Kunstverein zu sehen sein. Traditionell wird hier kein Eintritt erhoben.

Abi-Preis an Sophie Spinnler Teles

Auch in diesem Jahr ging der Abi-Preis für Bildende Kunst an eine Schülerin des Gymnasium am Kaiserdom.
Im Beisein der Fachlehrerin Frau Sonja Hermann überreichte der Vorsitzende des Kunstverein Speyer e.V. Klaus Fresenius Sophie Spinnler Teles den Preis bestehend aus einer fünfjährigen Mitgliedschaft im Kunstverein sowie einem Warengutschein der Firma Boesner Kunstbedarf in Mutterstadt im Wert von 200 €.
Ausserdem werden Arbeiten der Preisträgerin im Zusammenhang einer regulären Ausstellung im Foyer gezeigt.

Kulturhof Flachsgasse geschlossen

© Klaus Venus | speyer.de

Wir bedauern außerordentlich, dass auf Grund der Corona-Pandemie die Aktivitäten im Kulturhof Flachsgasse eingestellt werden mussten. So konnte auch die für März und April geplante Ausstellung ON THE EDGE nicht stattfinden.

Auch die für den für den 6. Mai angekündigte Mitgliederversammlung mit der regulären Neuwahl des Vorstands muss auf Grund der unveränderten Situation zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.
Wir bitten um Verständnis und werden den neuen Termin rechtzeitig bekannt geben!

Elias Wessel in Paris

Vor einem Jahr waren die großformatigen Arbeiten von Elias Wessel unter dem Titel „Die Summe meiner Daten“ noch im Kunstverein zu sehen, Ende Januar wurde nun eine Ausstellung der Arbeiten in der Deutschen Botschaft in Paris eröffnet.

Bis zum 6. Juli 2020 präsentiert die deutsche Botschaft eine Auswahl der Serie „Die Summe meiner Daten“ von Elias Wessel.

Erfolgreiche Ausstellung: Digital Divide

In dieser Woche ist die letzte Gelegenheit, die Ausstellung Digital Divide im Kunstverein Speyer zu besuchen. Die Künstler Andreas Lau, Römer + Römer und Nick Fudge zeigen in ihren Arbeiten, dass Malerei auch in der digital geprägten Zeit funktionieren kann. Nach sechs Wochen geht diese erfolgreiche Ausstellung am nächsten Sonntag, 12. Januar zu Ende.

Die Künstler Nick Fudge, Römer + Römer und Andreas Lau bei der Ausstellungseröffnung im Kunstverein am 1. Dezember

Mitgliederversammlung 2019

Mitgliederversammlung im Kunstverein mit den Vorstandsmitgliedern (von lks.)
Ilse Zink, Claudia Berger, Claudia Stamatelatos, Hans-Peter Rottmann (Geschäftsführer), Klaus Fresenius (Vorsitzender), Andreas Krock, (Stellvertretender Vorsitzender), Oliver Schollenberger, Inge Irlweck, Dr. Wolfgang Werner