VIDEOS unserer letzten Ausstellungen im Kunstverein

AUSSTELLUNG PROF. DR. HERBERT DELLWING vom 30 .Oktober bis 14. März 2021

Der Künstler und Kunsthistoriker Prof. Herbert Dellwing hat über zwei Jahrzehnte als Vorstandsmitglied und stellvertretender Vorsitzender des Kunstvereins Speyer das Ausstellungsprogramm wesentlich mitgeprägt. Seine vielseitigen Kontakte haben es ermöglicht, bedeutende Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart für Ausstellungen in Speyer zu gewinnen. 

Dellwing hat mit viel Sachkenntnis eine Sammlung moderner Kunst zusammengetragen, aber er war auch selbst seit seiner Jugend künstlerisch tätig und hat seine Werke der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Ausstellung gibt einen umfassenden Überblick über das künstlerische Schaffen Dellwings, seine Malerei, die Papierarbeiten und anderes. Sie soll aber auch an den Mann erinnern, der zehn Jahre lang den Verein als stellvertretender Vorsitzender mitgeleitet hat und an Silvester 2010 so plötzlich aus dem Leben gerissen wurde.

AUSSTELLUNG Franziska Rutishauser vom 18. März bis 16. Mai 2021

In der neuen Ausstellung der Schweizer Künstlerin Franziska Rutishauser wird ein Fokus auf grundsätzliche Fragen gelenkt, die insbesondere in der aktuellen Zeit von immenser Aktualität sind: Wie greifbar und fassbar sind Dinge, die wir nicht sehen, nicht begreifen können und die trotzdem real sind?

Das Jahr 2020 markiert weltweit einen unerwarteten Wendepunkt in politischer, sozialer und gesellschaftlicher Hinsicht. Wenn der Besucher in der Ausstellung auf Gemälde aus der Serie Wandering Matter oder auf die Zeichnungen Fremdlinge (Aliens) von 2016 blickt, so mag er sich auf unheimliche Weise an aktuelle Bilder aus den Medien erinnert fühlen. Die vereinzelt dargestellten, abstrakt scheinenden Formen in den Gemälden und Zeichnungen von Franziska Rutishauser wirken wie unbekannte, organische Strukturen.

Fast unheimlich schweben in den Arbeiten die rötlich-weißen Objekte vor einem nahezu schwarzen Hintergrund in den Stranger-Wandering Matter-Werken, während die Objekte in den Zeichnungen Fremdlinge wie blasse, fast ausgeblutete Organismen vor grauem Hintergrund im grenzenlosen Raum wirken. Die Parallelen zum jetzt so häufig abgebildeten Corona-Virus erscheinen eklatant: Die »Kronen« des Virus, die vom meist grau illustrierten Viruskörper abstehen, werden medial häufig in leuchtendem Rot vor dunkelblauem Hintergrund gezeigt. Auch die schräg aus dem Bildaußenraum beleuchteten, roten Körper in den Stranger- Wandering Matter-Werken haben vielfach harte Konturen. Die Assoziation ist jedoch nicht nur bildhaft gegeben. Vor allem auf der Metaebene wirken die Werke von Rutishauser als Spiegel unseres Zeitgeschehens.

 

AUSSTELLUNG „In der Stadt der Zeichnung“ vom 28.11.2021 bis 16.01.2022

In der Stadt der Zeichnung, die Bauer-Tekaat, Astrid Brandt, Rebekka Brunke, Melanie Grocki und Barbara Hindahl mit der aktuellen Ausstellung errichtet haben, eröffnen sich neue Welten der Zeichnung, andere als die der Zeichnung vielleicht gemeinhin zugedachten, Anderswelten aber in jedem Fall, wie sie die hier vertretenen Künstlerinnen und Künstler selbst benannt haben. Anderswelten insoweit, als hier nicht etwa der Vorzeichnung, der Skizze, dem auszuführenden Entwurf Vorschub geleistet wird, vielmehr die Zeichnung ganz sie selbst ist, selbständiges Medium. Und das mit Fug und Recht, wie die 5 hier gezeigten Positionen von Zeichnerinnen und Zeichnern eindrucksvoll beweisen, dieselben zwischen den Städten Berlin, Bremen, Mannheim, Stuttgart und Wilhelmshaven angesiedelt.

Es ist also nicht der solipsistische Strich, der da einsam auf dem reinweißen Büttenpapier steht. Es handelt sich vielmehr um Linientumulte, flächige Lineamente, komplexe Zeichengebilde, die ebenso auch andere bildnerische Ausdrucksmittel – Malerei, Fotografie, Collage, plastische Arbeiten – wie auch Alltagsfunde aus anderen Bereichen mitdenken lassen. Und damit unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit (und Wirklichkeiten) mit den der Handzeichnung spezifisch eigenen Mitteln zu hinterfragen und möglicherweise sogar auf den Kopf zu stellen verstehen.

AUSSTELLUNG „SILENT FIELDS“ vom 27. März – 15. Mai 2022

Arvid Boecker verfolgt seit Jahren eine kompromisslos konsequente, streng durchgehalten Strategie der Recherche auf dem Feld der Malerei, in der es immer wieder neu um den Prozess des Malens, um die Parameter von Format, Bildgröße, Aufteilung und Strukturierung einer Fläche, um Rhythmus und Schichtung, um die Balance von Regel und Abweichung, Konstruktion, Impression und Expression geht, um Horizontale und Vertikale und um das Verhältnis von Farbtönen, Hell und Dunkel, Kalt und Warm.

Die Arbeiten von Anne Haring thematisieren die figürliche Plastik. Oszillierend erarbeitet sie Figuration im Spannungsfeld von Lesbarkeit und Form. Reduktion ist dabei ihr Antrieb: Die Figur, entkleidet, auf das wesentliche reduziert – ihr Formdasein, ihren Körper. Anne Haring spürt deren Grenzen nach, macht sie sichtbar. Die Bildhauerin verwendet in ihren neueren Arbeiten vorzugsweise Materialien wie Papier, Zellstoff, Kleidungsstoffe, die in einem sehr unmittelbaren Arbeitsprozess die Körperlichkeit der Plastik möglich machen. Plastiken in Bronze gegossen vervollständigen die Ausstellung.

AUSSTELLUNG Franz Stanislaus Mrkvicka vom 22. Mai – 17. Juli 2022

die schönheit der kunst, das reine, unverfälschte, zeigt sich darin, peripheres in den focus zu nehmen und im bild zu einem neuen konzentrat werden zu lassen…… die selben farben transportieren da und dort unterschiedliche empfindungen, im rhythmus zueineinander werden sie universeller….. das abbild des natureindrucks, verwoben mit den vorstellungen im fluß der wahrnehmung, ist das amalgan meines künstlerischen prozesses…… die natur ist als unser handlungsraum zu betrachten, kultur ist eine monotypie der selben…..schon als kind war das schillern eines kleinen fisches, der Bitterling hieß, eine farborgie, die ich bewunderte. das changieren der farben unterstrich nahezu das wesen dieses tieres…….die kunst nimmt sich die freiheit diametral zueinander stehende gedankengänge in reizvollen rätseln zu verflechten. neues ist die auflösung……zufall ist das gewürz in der malerei.

AUSSTELLUNG Nicole Ahland im Kunstverein Speyer vom 24.07. –18.09.2022

Die künstlerische Arbeit von Nicole Ahland besteht in der fotografischen Erfassung von Räumen. Bei ihren intensiven Raumerkundungen spielt der Faktor Licht eine wesentliche Rolle. Der Raum selbst ist die statische Konstante, das Licht die bewegliche Variable. Den unbequemen Ambivalenzen von Lebensbehauptung und Zeitlichkeit folgend, geht die Fotokünstlerin Nicole Ahland an menschenverlassene Orte, in räumliche Umbruch- und Aufbruchsituationen. Das Thema von Raum und Licht gestaltend, untersucht sie die Verwandlung der Räume durch das sich verändernde Licht, durch geduldiges Beobachten und Abwarten: Die Phasen des Übergangs zwischen Hell und Dunkel, die Pole der Auflösung.

 

AUSSTELLUNG Tomomi Morishima im Kunstverein Speyer vom 24.09. –5.12.2022

Tomomi Morishima erzählt keine Geschichten, sondern reicht seinem Publikum Kompositionen aus den Elementen Architektur, Landschaft und Figur, die einer großzügigen Interpretation überlassen bleiben. Ein Wechsel von Farbflächen und Leerräumen ergeben einen sehr luftigen, surrealen Bildraum aus vibrierenden Farbsprengseln und fließenden Ebenen. An der Grenze zum Abstrakten entsteht durch einen Mix aus Konstruktion und organischem Malen ein Korridor mit erheblicher Sogwirkung. Der Betrachter wird ins Bild eingeladen, er kann Morishimas Bildwelt förmlich betreten. In der Bildmitte steht oft ein Mensch. Doch flirrende, den Bildraum dynamisierende Elemente sind zu durchqueren, um zu ihm vorzudringen. Der dargestellte Mensch wirkt inmitten der komplexen vielteiligen Kompositionen wie ein Stellvertreter für den Menschen an sich. Für eine Conditio humana. Für den Menschen in seinem Biotop sozusagen.
Eine gestaltende Rolle spielt auch der Faktor Zeit in Morishimas Arbeiten: Bei den Landschaftsbildern scheinen Elemente, die hinter einer vordergründigen Bildebene liegen, einer vergangenen Zeit anzugehören. Das Spiel mit den Dimensionen der Zeit ist ein herausstechendes Merkmal von Morishimas Malerei. Es geht hierbei nicht um lineare Ausdehnungen, also nicht um eine bloße Erinnerung, eher schon um eine Erinnerung an die Zukunft respektive eine Ahnung von Vergangenheit. Es gibt keine lineare Zeitachse auf diesen Bildern, schon eher eine surreale.